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Aktuelle wirtschaftliche Lage

Aktuelle wirtschaftliche Lage

Das Wirtschaftssystem folgt dem Prinzip der freien Marktwirtschaft.

Doch wird die Wirtschaftsstruktur noch sehr stark von der  Ausrichtung der Handelsbeziehungen zu den GUS-Staaten bestimmt.

Nach einem wirtschaftlichen Einbruch 2005/06 durch russische Importverbote für Wein und landwirtschaftliche Erzeugnisse wächst die Wirtschaft nun  wieder kontinuierlich.

Reale Wachstumsrate Moldovas im direkten Vergleich:

JahrDeutschlandMoldovaBaden-WürttembergØ BRIC Staaten
20030,40%4,00%-0,30%-
2004-0,10%6,30%0,50%-
20051,70%6,80%0,50%-
20060,90%7,10%4,40%-
20072,70%4,00%2,80%-
20082,60%6,00%-8,20%

 

Das Bruttoinlandsprodukt Moldovas beträgt 2008 knapp 11 Mrd.$ (vgl Deutschland 2,9 Bio.$).

Den größten Teil davon macht die Geldüberweisungen der im Ausland lebenden Moldauer an ihre Familien aus. Nach dem Bericht der Weltbank 2008 beträgt der Anteil der Überweisungen etwa 36 % des BIPs.

Das BIP Moldovas im direkten Vergleich:

JahrDeutschlandMoldovaBaden-
Württemberg
Landkreis BöblingenLandkreis HeilbronnRheinland-
Pfalz
Einw82.000.0004.000.00010.700.000372.700333.0004.053.000
2000$2,160 Bio.$5,365 Mrd.$347 Mrd.$14,625 Mrd.--
2001$2,239 Bio.$5,828 Mrd.$361 Mrd.$15,900 Mrd.--
2002$2,279 Bio.$6,393 Mrd.$365 Mrd.$15,444 Mrd.--
2003$2,321 Bio.$6,960 Mrd.$368 Mrd.$15,678 Mrd.--
2004$2,416 Bio.$7,668 Mrd.$373 Mrd.$15,210 Mrd.--
2005$2,514 Bio.$8,492 Mrd.$376 Mrd.$13,806 Mrd.--
2006$2,668 Bio.$9,110 Mrd.$394 Mrd.$16.,29 Mrd.--
2007$2,809 Bio.$9,821 Mrd.$411 Mrd.---
2008$2,906 Bio.$10,72 Mrd.--$11 Mrd.$122Mrd.

 

Die Inflationsrate 2007 war allerdings mit 13,2 Prozent weit höher als geplant. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen betrug 120 Euro pro Monat, weshalb Moldova auch als das Armenhaus Europas bezeichnet wird. Es gilt als das ärmste Land Europas. Schätzungen besagen, dass bis zu 80% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben.

In der ersten Hälfte 2008 konnte der moldawische Monatslohn innerhalb von sieben Monaten um 26% gesteigert werden. Das heißt, dass der Monatslohn nun bei ca. 171 Euro pro Monat liegt.

Trotz diesem wirtschaftlichen Aufschwung ist und bleibt Moldova vorerst noch  das Armenhaus Europas.

 

BIP per capita Moldova - Deutschland:

JahrDeutschlandMoldova
2000$26266$1472
2001$27170$1603
2002$27615$1762
2003$28128$1923
2004$29284$2126
2005$30505$2507
2006$32432$2690
2007$34181$2900
2008$35392$3165

 

Die wichtigsten Wirtschaftszweige, die in Transnistrien liegende Schwerindustrie ausgenommen, sind  Landwirtschaft, Dienstleistungen und  Leichtindustrie.

 

Wirtschaft nach Wirtschaftssektoren:

 LandwirtschaftIndustrieDienstleistungen
Deutschland1%35%64%
Moldova25%17%58%

Der IT-Sektor befindet sich noch im Aufbau, ebenso wie das Telefonnetz.

 

Moldova weist aufgrund eines starken Gefälles zwischen Einfuhren und Ausfuhren ein hohes Handelsdefizit aus ( Einfuhren ca. 2,8 Mrd. Euro/ Ausfuhren ca. 1 Mrd. Euro).

 

Die wichtigsten Einfuhrgüter bestehen aus Energieträgern (Gas, Mineralöl), Maschinen, Metalle und Metallerzeugnisse. Moldova ist ein rohstoffarmes Land. Erdöl so wie Erdgas, Kohle und Elektroenergie müssen importiert werden. Hauptlieferant ist hierbei Russland, gefolgt von Rumänien und der Ukraine mit großem Abstand.

Die wichtigsten Ausfuhrgüter sind Nahrungsmittel, Getränke (v.a. Wein), Tabakwaren und Textilien. Besonders der Weinexport ist extrem hoch. Moldova ist eines der größten Weinanbaugebiete Südosteuropas.

 

Erklärte wirtschaftspolitische Priorität ist es, durch Abbau von bürokratischen Hemmnissen und dem Angebot einer Reihe von durchaus interessanten Vergünstigungen, weitere ausländische Direktinvestitionen anzuwerben. Der Anfang hierfür ist gemacht, muss aber noch ausgebaut werden.

 

Im ersten Halbjahr 2008 wurden 406 Betriebe mit ausländischer Kapitalbeteiligung gegründet. Damit sind zur Zeit 6390 Unternehmen mit ausländischer Kapitalbeteiligung in Moldova registriert. Den Hauptanteil bilden dabei rumänische und türkische Investoren.

 

Die industrielle Verteilung des Landes weist eine starke, regionale Ungleichheit auf.  Wie schon erwähnt befindet sich die gesamte Schwerindustrie im abtrünnigen Transnistrien. Der Rest der industriellen Produktion konzentriert sich um die Hauptstadt Chisinau.

 

Die Verringerung staatlichen Eingreifens in Geschäftstätigkeiten war das erklärte Ziel der Kommunistischen Partei bei ihrem Amtsantritt.

Privatisierung und Entmonopolisierung sollten vorangetrieben werden. Die Privatisierung der Mehrzahl der Industrie- und Wirtschaftzweige ist praktisch abgeschlossen, nachdem sie zeitweise ins Stocken geraten war. Nur die Infrastruktur, das Bahnwesen, ein Teil der Energiekonzerne, einige Rüstungsbetriebe und kleinere Lebensmittelfabriken sind noch in staatlicher Hand. Das Telefonnetz mit dem staatlichen Anbieter Moldtelecom soll ebenfalls in private Hand übergehen.

 

Die Baubranche ist ein unbeliebter Zweig für ausländische Investitionen, obwohl sie seit 2005 eine hohe Wachstumsrate hat. Grund dafür sind Korruption, mangelnde Transparenz bei Ausschreibungen, Vetternwirtschaft, der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften so wie die Arbeit der meisten Baufirmen in der Schattenwirtschaft. Mangelnde Bauvorschriften, der langwierige Kampf um Baugenehmigungen und Platzprobleme kommen noch hinzu. Die Baubetriebe befinden sich fest in privater Hand, davon gehören die meisten einflussreichen Familien mit direktem Draht zu Regierung.

 

In der aktuellen Auflistung (09/08)  von Transparency International landete  Moldova auf Platz 109 von 179 und gehört damit zu den korruptesten Ländern weltweit. (Vgl.Deutschland Platz14)

 

Die aktuellsten Wirtschaftsdaten findet man auf der Seite des Bundesministeriums für Außenwirtschaft: www.bfai.de

 

(Quelle der Tabellen: IndexMundi, statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Europa auf einen Blick)

 

 

 

 

 

 

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